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Pädagogisches Konzept

Jedes Kind ist eine eigenständige Persönlichkeit, mit der respektvoll umgegangen wird. Es erlebt und gestaltet seinen Alltag in einer altersgemischten Gruppe. Es lernt dabei mit Regeln und Grenzen umzugehen. Das Kind macht andere Erfahrungen als in der Familie, erlebt neue soziale Strukturen und lernt sich darin zurechtzufinden.

Jedes Kind in der Gruppe wird „dort abgeholt werden, wo es gerade steht”, das heißt, es wird mit seinen Stärken, Schwächen, Fähigkeiten und Bedürfnissen wahr- und angenommen. Aus dieser Vielfalt von Persönlichkeiten bildet sich eine Gruppe, in der jeder seinen Platz hat und die anderen akzeptiert. So lernen alle voneinander und miteinander, ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse zu erleben und zu vertreten und die der anderen zu respektieren.

Das Kind lernt, seine Wünsche zu erkennen, im Rahmen seiner Fähigkeiten zu äußern und für seine Interessen einzustehen. Jedes Kind wird begleitet, in seinen Stärken und Schwächen wahrgenommen und unterstützt. Es hat Anspruch auf Schutz und Geborgenheit. In dieser Atmosphäre kann sich das Kind der Gruppe zugehörig fühlen und diese durch seine Person und sein Handeln ergänzen. Es hat das Recht, alles zu fragen, viel zu lernen und auszuprobieren.

Durch die regelmäßigen Gruppenaktionen erlebt sich jedes Kind als Teil der Gesamtgruppe und lernt durch den Alltag das Zusammenleben in einer Gemeinschaft. Die Kinder entwickeln ihr Selbstbewusstsein und ihre Eigenständigkeit weiter. So werden Selbstvertrauen und das Vertrauen in andere gestärkt. Die Kinder erleben den Kinderladen als eine Art zweites Zuhause, wo sie sich entfalten und entwickeln können.

Die pädagogischen Grundsätze für die tägliche Arbeit mit den Kindern stammen aus unterschiedlichen theoretischen Ansätzen, die sich in der praktischen Arbeit bewährt haben.

Die Erziehung erfolgt im Kinderladenalltag oft beiläufig ohne deshalb nebensächlich zu sein. Aus der Situation heraus lassen sich Lerneffekte besser erzielen als über die abstrakte Belehrung. Die Förderung des Kindes geht von seiner individuellen Lebenssituation aus und soll möglichst viele Facetten und Erfahrungsbereiche seiner Persönlichkeit anregen: Phantasie, Beweglichkeit und Ausdauer, Sprache und Denken, Sinn für Regeln, Selbstbehauptung, Zuneigung und Mitgefühl. Das Team nimmt die Freispielaktivitäten der Kinder aufmerksam wahr und bekommt so Einblicke in die Themen, die die Kinder aktuell beschäftigen. Das Wochenprogramm enthält neben den täglich wiederkehrenden Ritualen, Angeboten und Aktionen auch reichlich unverplante Zeit. Der Grundsatz „weniger ist mehr” hat sich bei der Programmgestaltung bewährt.

Gruppenregeln erleichtern das Miteinander, bieten den Kindern Halt und Orientierung und verhüten auch Unfälle. Die Regeln werden immer wieder gemeinsam mit den Kindern aufgestellt und besprochen. Wir setzen ganz bewusst auf einen dünnen Regelkatalog der vor allem nur sehr wenige Verbote beinhaltet. Wichtig sind vor allem diejenigen Regeln, die das Miteinander der Kinder bestimmen und sie darin trainieren die eigenen Grenzen und die ihrer Mitmenschen kennenzulernen und zu akzeptieren.

Wenn es zu Konflikten zwischen den Kindern kommt, versucht das Team die Kindern bei der eigenständigen Lösungsfindung zu unterstützen. Die Kinder werden angeleitet und ermutigt, ihre Konflikte selbständig und gewaltfrei zu lösen.

Gezielte Angebote bieten die Möglichkeit einer genaueren Einschätzung der Interessen, Stärken und Schwächen der einzelnen Kinder. Daraus kann sich eine individuelle Förderung ergeben. Vor allem Kinder, denen das Erlernen von neuen Spielen oder die Anpassung an neue Situationen schwer fällt, können auf diese Weise unterstützt werden. So motivieren Spiele zum kreativen Gestalten oder sie trainieren die Grob- und Feinmotorik, die Sprachfähigkeit und die Phantasie. Bei Angeboten kann nach Altersgruppen sowie nach Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder unterschieden werden. Die Angebote sollen die Neugierde der Kinder wecken, ihre Interessen und ihren Erfahrungsschatz erweitern.

Bei der Auswahl der Angebote werden überwiegend die Interessen der Kinder aufgenommen. Die Erzieher lassen die aus dem Freispiel gewonnenen Erfahrungen in die Planung und Ausarbeitung zielgerichteter Angebote einfließen. Es ergeben sich aber auch jahreszeitliche Themen oder Vorschläge von Eltern werden umgesetzt.

Dem Freispiel wird bei uns mindestens genau soviel Zeit eingeräumt, weil die eigenständige Gestaltung des Spielablaufes die Selbstständigkeit der Kinder fördert. Kinder brauchen die Möglichkeit, sich unbeobachtet zu fühlen, um eigene Erfahrungen zu machen. Dies ist einer der Schwerpunkte des pädagogischen Konzeptes.

Über das Freispiel und die Angebote hinaus bietet auch der Alltag im Kinderladen viele Möglichkeiten zum Lernen, insbesondere im Bereich Selbstbestimmung und Entscheidungsfähigkeit. Gute Beispiele hierfür sind das Mittagessen und die Freiwilligkeit der Teilnahme an einem Angebot. Die Kinder können größtenteils selbst entscheiden, wo und mit wem sie spielen oder ob sie sich lieber zurückziehen möchten. Durch die Selbstbestimmung wird der Horizont der Kinder erweitert wird und sie lernen kontinuierlich etwas dazu. Sie erfahren auch, was es heißt, verbindliche Absprachen einzuhalten.

Die Aktivitäten im Freien sind fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Die Spielplätze in der Umgebung, vor allem in der Eilenriede, werden intensiv genutzt. Dadurch lernen die Kinder, sich in der nahen Wohnumgebung zu orientieren und üben das Verhalten im Straßenverkehr.